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Mit einer fulminanten Fashion Show, selbst entworfenen Kollektionen und zahlreichen Gästen hat das Rambler Studio Berlin am 28. August sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Bei der Jubiläumsveranstaltung im Zirkus Mond in Berlin-Prenzlauer Berg wurde sichtbar, wofür das Projekt seit einem Jahrzehnt steht: Kreativität als Weg zu Teilhabe, Selbstvertrauen und neuen Perspektiven.
Seit 2016 verbindet die Einrichtung Modedesign mit Jugendsozialarbeit und erreicht heute jährlich rund 150 junge Menschen. Angesichts aktueller Kürzungen in der Jugendhilfe gewinnt die Arbeit der Einrichtung zusätzlich an Bedeutung.
Im Mittelpunkt des Abends stand eine Fashion Show, bei der Models Designs präsentierten, die von Nutzer*innen des Rambler Studios selbst entworfen und umgesetzt wurden. „Die Fashion Show hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in den jungen Menschen steckt, die zu uns kommen“, so Domingo Waller, Einrichtungsleiter des Rambler Studios Berlin. „Seit zehn Jahren verbinden wir kreative Arbeit mit sozialpädagogischer Unterstützung und schaffen so einen Ort, an dem junge Menschen ihre Stärken entdecken, Selbstvertrauen entwickeln und Zukunftsperspektiven aufbauen können.“
Das Jubiläum fällt in eine Zeit, in der die Jugendhilfe in Berlin unter erheblichem finanziellen Druck steht. Besonders junge Volljährige erleben immer häufiger, dass Unterstützung endet, obwohl sie weiterhin Begleitung benötigen.
„Wir erleben derzeit erhebliche Einschnitte in der Berliner Jugendhilfe. Haushaltsdiskussionen und fiskalische Einschränkungen führen zunehmend dazu, dass Hilfen für junge Menschen verkürzt, beendet oder gar nicht erst bewilligt werden. Besonders betroffen sind häufig junge Volljährige in einer Lebensphase, in der Unterstützung für den Übergang in ein eigenständiges Leben besonders wichtig wäre. Gleichzeitig gibt es nach wie vor zu wenig abgestimmte Lösungen zwischen den verschiedenen Hilfesystemen. Die Folge ist, dass immer mehr junge Menschen Gefahr laufen, trotz oft jahrelanger Jugendhilfe an deren Ende ohne ausreichende Ressourcen dazustehen“, so Ingo Bullermann, Geschäftsführer der Neuen Chance.
Umso wichtiger sind Orte wie das Rambler Studio, die Menschen erreichen, die in bestehende Hilfesysteme nicht hineinkommen, zwischen den Zuständigkeiten verloren gehen oder das Vertrauen in institutionelle Angebote bereits verloren haben.
Genau diese Zielgruppe steht auch im Mittelpunkt der Arbeit des Rambler Studios. Die Einrichtung richtet sich an junge Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren. Neben der kreativen Arbeit im Bereich Streetwear-Design erhalten die Nutzer*innen Unterstützung bei sozialen und persönlichen Herausforderungen. Sozialarbeiter*innen beraten zu Themen wie Wohnen, Finanzen, Gesundheit, Schule und Ausbildung. Ergänzend besteht die Möglichkeit einer psychologischen Beratung.
Das Rambler Studio zeigt, wie kreative Jugendsozialarbeit Menschen erreichen kann, die von bestehenden Unterstützungsangeboten häufig nicht oder nur schwer erreicht werden. Gerade in Zeiten zunehmender Kürzungen wird deutlich, wie wichtig solche Angebote für junge Menschen sind. Für viele Nutzer*innen ist das Studio nicht nur ein Ort für Streetwear und Design, sondern ein Ort, an dem neue Chancen entstehen.
Weitere Informationen zum Rambler Studio Berlin: https://neuechance.berlin/rambler-studio-berlin
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